Vegetarismus: Für wen lohnt sich die Umstellung?

Zu einem umfassenden Wellness-Programm gehört nicht nur das äußerliche Wohlbefinden durch Massage oder Sport, sondern auch das Innere, bei dem eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Doch woher weiß man, welcher der richtige Essensplan ist? War man doch in Deutschland lange überzeugt, dass Fleisch am besten morgens, mittags und abends auf den Teller kommt, findet man heute beim Gang durch die Supermärkte eine Vielzahl vegetarischer Alternativen, die alle einen gesunden Lebensstil bewerben.

Was sind also die Vor- und Nachteile dabei, Vegetarier zu werden?

Unabhängig von dem Wert der Ernährung an sich ist es für viele Konsumenten wichtig, dass für das eigene Essen kein Tier getötet wurde. Das schließt Fleisch und Fisch direkt aus. Betrachtet man die steigende Zahl deutscher Veganer, so sieht man, dass das für viele nicht genug ist: Ein vollständiges Streichen von tierischen Produkten nicht nur von der Speisekarte, sondern auch aus dem Haushalt führt dazu, dass die konsequenteste Form des Tierschutzes von einigen misstrauisch betrachtet wird. Dabei muss man gar nicht so weit gehen, um etwas für die Tiere und für das Gewissen zu tun – schon ein Umstieg von Erzeugnissen aus Massentierhaltung zu Bio-Produkten kann viel helfen und ist etwas für alle, die auf den Geschmack von Fleisch einfach nicht vermissen wollen.

Viele Fitnessprogramme bewerben die vegetarische Ernährung als einfachen Weg, die letzten Kilos loszuwerden. Und tatsächlich: Verschiedene groß angelegte Studien belegen, dass der durchschnittliche Vegetarier einen niedrigeren Body Mass Index hat als ein Anhängern carnivorer Ernährung, außerdem sinkt im Mittel der Blutdruck und auch das Risiko für chronische Erkrankungen sowie einige Krebsformen verringert sich. Doch ist das alles das Ergebnis vegetarischer Ernährung? Ja und nein. Während man ähnliche Resultate auch erzielen kann, ohne auf Fleisch zu verzichten, kann das Erreichen eines kalorienarmen Speiseplans auf vegetarischem Wege deutlich einfacher sein, da viele pflanzliche Nahrungsmittel eine niedrige Kaloriendichte aufweisen. Ihr Fettgehalt ist ebenfalls niedriger als der vieler Fleischerzeugnisse. Dabei gibt es jedoch auch Probleme: Da die meisten Pflanzen nur über geringe Mengen an Protein verfügen, muss man als Vegetarier dementsprechend mehr davon essen, um seinen täglichen Bedarf zu decken. Gerade Fitnessbegeisterte müssen hier entweder auf extra Eiweißerzeugnisse umsteigen oder sich mit einer Ernährung zufrieden geben, die zu großen Teilen aus Tofu, Soja- und Weizeneiweißerzeugnissen besteht.

Wer sich mit dem pro und contra einer pflanzenbasierten Ernährung auseinandersetzt, stößt früher oder später auch auf den ökologischen Aspekt. Dieser rückt in den letzten Jahren zu Recht immer stärker in den Vordergrund: Sogar die Vereinten Nationen warnen davor, dass die kommerzielle Nutztierhaltung im aktuellen Stil zu den zwei oder drei größten Klimasündern gehört. Besonders die Rinderhaltung sticht hier hervor und sorgt dafür, dass die Tierzucht für den Massenkonsum ganze 25% der weltweiten Treibhausgase zu verantworten hat. Dabei könnte man die unglaublichen Mengen Wasser und Soja, die in die Nahrung der Tiere gesteckt werden, auch direkt den Menschen zukommen lassen – dabei ließe sich nicht nur Geld sparen, sondern auch ein energie- und umweltintensiver Zwischenschritt vermeiden. Die Voraussetzung dafür? Genügend Menschen davon überzeugen, auf Fleisch zu verzichten oder zumindest auf die Ware kleinerer, lokaler Bauern umzusteigen.