Alleskönner Aminosäuren

Bis vor Kurzem waren Aminosäuren den meisten eher unbekannt. Vom Namen schon einmal gehört, mehr aber auch nicht. Das ändert sich momentan und Produkte mit Aminosäuren und Proteinen kommen immer in Mode. Als Wundermittel und Alleskönner werden die Aminosäuren gepriesen, immerhin gibt es auch Dutzende unterschiedliche Aminosäuren. Tatsächlich braucht der Körper aber nur rund zwanzig von ihnen, die sich wiederum in drei unterschiedliche Gruppen unterteilen lassen. Von besonderer Bedeutung sind die semi-essenziellen und essenziellen Aminosäuren, denn die kann der Körper nicht oder nur in geringen Mengen selber bilden. Eine Versorgung durch die Ernährung ist also unentbehrlich.

Proteine und Aminosäuren – gibt es einen Zusammenhang?

Wenn von Proteinen die Rede ist, fällt oft auch der Begriff der Aminosäuren. Aber was haben die beiden miteinander zu tun? Ziemlich viel sogar, denn die Aminosäuren sind die Grundbaustoffe der meisten Proteine. Der Begriff „Protein“ ist als solcher auch nur ein Oberbegriff für eine Stoffgruppe. Es gibt sehr viele Proteine, die aus sehr vielen Aminosäuren zusammengesetzt werden. Proteine sind bei der Bildung von Sekreten beteiligt, aber auch bei der Knochenbildung, beim Stoffwechsel, bei der Sauerstoffversorgung und der Energieumwandlung im Körper. In den Eiweißen der meisten Lebensmittel sind unterschiedliche Proteine enthalten, sodass eine klare Benennung oft nicht möglich ist.

Es gibt aber auch Fälle, da werden bestimmte Proteine oder Aminosäuren benötigt. Bei der Arthrose ist es das Glucosamin, das besonders benötigt wird. Dieser Aminozucker ist bei der Bildung von Knorpelmasse und Synovialflüssigkeit beteiligt, also den Komponenten, welche die Knochenreibung verringern sollen. Durch starke Belastung und den natürlichen Alterungsprozess wird Knorpelmasse abgebaut. Mit der Einnahme von Glucosamin kann die Bildung neuer Knorpelmasse beschleunigt werden. Eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und Chondroitin kann nicht nur Entzündungserscheinungen verringern, sondern auch noch den Cholesterinspiegel senken. Für fast jedes Leiden gibt eine passende Aminosäure oder ein entsprechendes Protein.

Wunder sollte man nicht erwarten

Auch wenn Aminosäuren viele Aufgaben übernehmen und für viele Leiden eingesetzt werden, darf man von ihnen keine Wunder erwarten. Es sind lediglich Bausteine für höhere Proteine, die bestimmte Prozesse im Körper begünstigen können oder wichtig zum Aufbau bestimmter Gewebe sind. Aminosäuren können aber niemanden heilen und schon gar nicht Krebs besiegen, wie es oft behauptet wird. Aminosäuren gehören zu einer gesunden Ernährung dazu und finden kann man sie in Nüssen, Kernen, pflanzlichen Ölen, Fisch und auch Fleisch. Mehr Aminosäuren führen nicht zwingend zu einer besseren Gesundheit. Sie können bei akuten Mängeln verabreicht werden. Eine dauerhaft erhöhte Einnahme wird aber kaum Ergebnisse erzielen.

Vitaminmängel und Mineralstoffmängel sind heute sehr gut erforscht und können schnell diagnostiziert werden. Bei den Aminosäuren ist das oft anders. Da es so viele von ihnen gibt und Proteine zudem sehr komplex sind, lässt sich ein Mangel oft nicht so schnell entdecken. Ein Hinweis kann allerdings eine einseitige Ernährung mit wenig Proteinen sein. Ein Proteinmangel kann aus dem Blutbild oft schon entdeckt werden, wenn auch nicht immer. Welche Aminosäure aber genau fehlt, lässt sich selten genau bestimmen, weswegen eine gezielte Einnahme bestimmter Aminosäuren nicht immer möglich ist. Im Falle des Gelenkverschleißes lässt sich eine Glucosamin-Behandlung durchführen. Aber ein Mangel wiederum lässt sich nicht einfach so erkennen.

Wo findet man Aminosäuren

In beinahe allen proteinhaltigen Lebensmitteln sind Aminosäuren in gebundener Form zu finden. Denn was der Mensch zum Leben braucht, wird auch die Pflanze oder das Huhn brauchen. Besonders Nüsse und Kerne enthalten dabei hohe Mengen an Proteinen. Die heimische Walnuss kann dabei mit besonders reichhaltigem Öl und Proteinen punkten. Ein oder zwei Nüsse am Tag reichen dabei aus, um den Körper mit Proteinen zu versorgen. Der Rest wird automatisch mit einer ausgewogenen Ernährung zu sich genommen.